VON INDIVIDUELLEN UND PERSÖNLICHEN WERTEN ZUR F+F KULTUR


Vor knapp 4 Jahren sassen Nadine und ich gemeinsam im Café Piazza in Laax. Die Idee vom eigenen Unternehmen und von F+F war eben erst geboren und wir brüteten enthusiastisch über einem Post-it Zettel an unserem Business Model Canvas. Unter dem Punkt "Kultur" haben wir uns damals folgende Fragen gestellt:


+ Wie und was wollen wir bei F+F sein?

+ Wie wollen wir als Team zusammenarbeiten?

+ Wie soll unsere F+F Kultur sein?

+ Welche Kultur-Stolpersteine oder -Fallen gibt es?


Beispiel für ein Business Canva | Foto: Daria Nepriakhina

Darum geht's:

+ Persönliche Werte formen die Unternehmenskultur.

+ Eine Unternehmenskultur "ist" nicht, die wird - und vor allem, -nie fertig.

+ Wo kann in Sachen Unternehmenskultur abgeguckt werden?

+ Die F+F Mantras.

Werte + meine persönliche Geschichte


Nadine und ich haben F+F zu gleichen Anteilen gegründet. In der speziellen Situation, dass wir verheiratet und eine Familie inklusive einer Tochter sind, sehen wir viele Vorteile. Wir kennen und vertrauen uns. Wir ticken sehr ähnlich, haben aber unterschiedliche Stärken und auch Schwächen. Wir scherzen intern oft, dass Nadine der "Drihschüssi" und ich der "Zögerer" bin. Beides zusammen ergibt eine sehr gute Mischung für uns und für unsere Kunden. Nadine und ich übertragen dies auch auf F+F, und sehen uns als starkes Team. Das ist uns sehr wichtig. Trotzdem, und das ist dem Thema geschuldet, startet dieser Post sehr ich-bezogen, mit individuellen und persönlichen Werten und damit bei mir als Beitrags-Autor - Pascal Faeh.


Meine Frau Faeh
Frau Faeh ;-)

Hier kommt meine Geschichte


Meine bisherigen 45 Jahre kann ich ganz grob in vier Abschnitte unterteilen:


  1. Kindheit/Familie

  2. Eishockey-Profisportler

  3. Human Capital / HR Karriere (bei NIKE, Sunrise, AMAG, On Running)

  4. Selbstständigkeit mit F+F


Diese vier Bereiche haben mich persönlich geprägt. Um die angekündigte Annäherung an die F+F Geschichte und unsere Kultur zu erzielen, ist ein Abstecher ins Private und Persönliche wichtig und nötig.


1. Kindheit/Familie


Aufgewachsen mit Baby-Boomer-Eltern und geprägt von "Ich bin ok - du bist ok", ist für mich gegenseitige Wertschätzung bis heute ein ganz zentraler Punkt.


Familie Faeh anno dazumal
Familie Faeh anno dazumal

2. Eishockey-Profisportler


Mit der Profisportler-Karriere kam der Team-Gedanke und auch das Kompetitive dazu. Sprüche wie "A loose puck doesn't know who's stronger, taller or drafted higher but it knows who gets there first" (Wayne Gretzky) werden dir da eingetrichtert und haben mich, im Positiven aber auch Negativen geprägt. Den Team Gedanken habe ich sehr früh mitbekommen und mir war von Klein auf klar und bewusst, dass ich ein Team- und weniger ein Einzelsportler bin.


EHC-Niederhasli
Beginn der Eishockey Karriere beim EHC-Niederhasli

3. Human Capital (HR)


Mit 25 Jahren dann der abrupte Wechsel, weg vom Profisport und der Eishockey-Männer-Domäne, hin zum Start in der HR-Welt. Ich habe schnell gemerkt, dass Werte und die eigene Einstellung auch in der Privatwirtschaft ähnlich funktionieren wie im Sport. Mit dem Beginn meiner Berufskarriere und der Aneinanderreihung von vier verschiedenen Ausbildungen, kamen neue Eindrücke und Erkenntnisse hinzu. Meine erste HR-Anstellung war in einem Telecom-Unternehmen und hat mich agile Grundwerte lernen lassen. Vorgesetzten-, CEO- und Führungs-/Kulturwechsel beinahe im Jahresrhythmus. Mir hat dieser ständige "Change" gefallen und ich konnte von jedem Wechsel in irgendeiner Form für mich selbst und für später, als ich Teams führen durfte, profitieren.



3.1 Wie machen das andere?


Ich habe in dieser HR-Start-Zeit Artikel zum Thema Führung und Unternehmenskultur regelrecht verschlungen und wollte alles über die Googles, Zappos, Airbnbs und IKEAs dieser Welt lesen und erfahren. Dabei habe ich während einer Digitalen-Ausbildung auf einer Study-Tour ins Silicon Valley selbst erfahren, dass dieser Hype um New Work, Start-Ups und deren Kultur viel Gutes aber auch seine Schattenseiten hat und nicht alles Gold ist, was glänzt. Mitgenommen habe ich, dass es ein "one fits all" nicht gibt und ohne Authentizität alles Nichts ist. Einige Sätze sind mir in diesem Zusammenhang geblieben.


  • Deliver WOW through service (Tony Hsieh / Zappos)

  • Done is better than perfect (Sheryl Sandberg / Facebook)

  • Stay hungry, stay foolish (Steve Jobs / Apple)

  • People don't buy what you do, they buy why you do it - alway start with the why! (Simon Sinek)

  • Sometimes we win, sometimes we learn! (John C. Maxwell)

  • The What-if's and Should-have's will eat your brain (John O'Callaghan)

  • When you talk, you are only repeating of what you already know. But if you listen, you may learn something new. (Dalai Lama)

  • It’s all about the right people and passion —> hire the „right“ people! (Julian Caspari)

  • Culture eats strategy for breakfast (Peter Drucker)


Nun sind Worte bekanntlich noch keine Taten. Und wenn beispielsweise Google sagt, dass die Unternehmenskultur aus den drei Grundpfeilern; Firmenphilosophie / Transparenz / Mitsprache besteht, dann können wir als nicht Google Mitarbeitende nicht beurteilen, ob das auch so gelebt wird. Und, falls es stimmt, ob es Subkulturen gibt oder ob es allenfalls früher mal so war und heute nicht mehr so ist. Es geht hier um Kultur, um Menschen, um Zusammenarbeit und um Leadership. Da ist vieles subjektiv und jeweils auch eine Momentaufnahme.


"Kultur ist keine Destination, sondern eher ein sich stetig verändernder Weg."

Besonders bei Start-Ups ist es schwierig, eine Unternehmenskultur zu erhalten und weiterzuentwickeln, wenn das Unternehmen selbst, in kurzer Zeit, sehr stark wächst und sich die Mitarbeiteranzahl sehr schnell erhöht. Es besteht dann die latente Gefahr, dass die Dienstälteren im "Früher" hängen bleiben und diese Zeit vielleicht sogar idealisieren und die "Neuen" ihrerseits es leid sind, diese Geschichten zu hören und gleichzeitig keinen Platz bekommen, selbst als "Neue" einen Teil mit prägen zu können. So kommt ein Unternehmen leicht in eine Lose-Lose-Situation.


Kultur entsteht, verändert sich stetig und ist nie fertig. Jeder soll seinen Teil zur Kultur beitragen können und jede und jeder soll dies auch einfordern. Eine Inspiration zum Thema ist für mich Tony Hsieh, der kürzlich verstorbene Gründer von Zappos aber auch das Buch Work Rules! von Laszlo Bock. Auch IKEA hat sehr viele gute und lesenswerte Beispiele zu dieser Thematik.



4. Selbstständigkeit bei F+F?


Ja, und wie machen wir das nun bei F+F?


Hier schliesst sich der Bogen, denn meine Pascal-Geschichte von oben ist nur 1/7 derjenigen von F+F. Meine individuelle und persönliche Geschichte und meine Erfahrungen sind nur ein Teil des Gesamten.


Zur gesamten F+F Geschichte - da gehört zum Beispiel dazu, dass wir aktuell alle in einem Teilzeitpensum arbeiten. Oder, dass drei von fünf Angestellten nebenbei mit eigenen Themen wie Grafik, Musikproduktion oder Aufräumcoach selbstständig sind. Aber auch, dass wir alle sehr unterschiedliche Backgrounds vereinen. So arbeiten gelernte BWL'er, technische IT- und UX'ler, sowie Grafiker, Filmer, Tön'ler, Multimediaelektroniker, erfahrene Online-Marketeers und HR'ler bei uns unter einem Dach. Zudem sind wir auch unterschiedliche Typ-innen und Typ-en und wir ticken nicht immer gleich. Was uns aber verbindet, ist eine gemeinsame Passion für Kunden und entsprechende Ergebnisse/Lösungen für Kunden - egal ob nun in Film, Bild, Text oder auf andere Weise.


Wir F+Fs beim C19-Konformen Pamela Reif Christmas Workout Dance
Wir F+Fs beim C19-Konformen Pamela Reif Christmas Workout Dance


4.1 Die F+F Mantras


Die sieben persönlichen Geschichten formen unsere F+F Kultur. Sich für Mantras bei anderen inspirieren lassen geht immer - das haben auch wir so gemacht. Nachfolgend sind die aktuellen F+F Mantras aufgeführt. Die werden übrigens beim nächsten Team-Workshop auf die Test-Rüttelpiste geschickt, um herauszufinden, zu welchen wir noch stehen und welche wir im Hinblick auf die Zukunft ändern möchten.


  • Wir F+Fs schaffen Mehrwert und einen zufriedenen Kunden

  • Ich bin ok - du bist ok

  • Positives geben = positives bekommen

  • Unser Online Marketing Credo: Aktivieren, aktivieren, aktivieren

  • Wir wagen etwas … auch wenn das heisst, dass wir mal umfallen. Und wenn das passiert, dann -> aufstehen, Krone richten und es gleich nochmals versuchen

  • Wir möchten unsere Kunden ganzheitlich betreuen

  • Wir streben partnerschaftliche und langjährige Beziehungen auf Augenhöhe an (weniger ist mehr)

  • Wir sehen uns als positiven Challenger für unsere Kunden, um gemeinsam und zusammen das gewünschte Ziel zu erreichen

  • Wir bleiben neugierig und nehmen uns selbst nicht immer allzu ernst 😉



TIPP: Kennt die eigenen Werte und spricht darüber - Insbesondere vor der Gründung ist dies unabdingbar.

Zusammenfassung

  • Auf die Unternehmenskultur haben alle Mitarbeitenden direkten Einfluss und jede und jeder ist mit seinen persönlichen Werten beteiligt.

  • Einfach machen und umsetzen geht immer.

  • Eine Unternehmenskultur ist eine Reise und nie eine Destination

  • Die eigenen Werte kennen ist eine gute Grundvoraussetzung für jegliche Zusammenarbeit.

  • Sich selbst und auch das eigene Unternehmen (als Selbstständige oder als Mitarbeitende), im Positiven, von Zeit zu Zeit zu hinterfragen hilft sich weiterzuentwickeln.


LESETIPP

  1. WORK RULES! von Laszlo Bock (Wie Google die Art und Weise, wie wir arbeiten und leben, verändert)

  2. Business Model Generation von Alexander Osterwalder + Yves Pigneur

  3. Artikel zu Tony Hsieh von Zappos.com – Ein Blick hinter die Kulissen eines der erfolgreichsten Online-Händlers